Die Benotung schulischer Leistungen:

Nachfolgend stelle ich einige, bei der Benotung von Klassenarbeiten und schriftlichen Überprüfungsarbeiten immer wieder auftretende Fragestellungen dar:

Insbesondere Berücksichtigung des ermittelten Sachverhalts:

Immer wieder gibt es Probleme dahingehend, ob der Lehrer alle Sachverhalte berücksichtigt hat:

Probleme können dabei immer wieder entstehen, wenn Schüler Bearbeitungen nicht beenden konnten, d.h. zum Zeitpunkt der Abgabe einzelne Themen nur in Form von Gliederungen, Entwürfen o.ä. gefertigt haben.

  • Sollen diese einer Klausur beigefügt werden, sollte vorsichtshalber immer ein ausdrücklicher Hinweis erfolgen.
  • Inwiefern diese dann als Sachverhalt für das Bewertungsverfahren heranzuziehen sind, ist eine Frage des Einzelfalls.

Für weitergehende Fragen hierzu, eine telefonische Erstberatung zu Ihrem konkreten Fall oder die deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Der Grundsatz der absoluten Bewertung:

Immer wieder kommt es vor, daß eigentlich gute Leistungen nicht angemessen bewertet werden, weil Lehrer sich faktisch am Gesamtbild der Klasse orientieren:

Leistungsbewertungen sind eigentlich Individualleistungen. Ihre Bewertung hat demnach anhand eines absoluten Maßstabes zu erfolgen:

  • Dieser Maßstab orientiert sich an dem, was man von einem „Schüler“ in dem zu prüfenden Bereich erwartet.
  • Unerheblich sind hingegen Leistungen anderer Schüler, die zufällig in demselben Klassenverband sind bzw. an demselben Prüfungstermin teilnehmen.

Natürlich wird es in der Praxis immer so sein, daß die Leistungen anderer Schüler aus dem Klassenverband bei der konkreten Bewertung eine Rolle spielen werden, denn der Lehrer berücksichtigt meist als Ausgangsbasis für seine Notenbildung eine Durchschnittsleistung der Klasse (relativer Prüfungsmaßstab). Dies ist rechtswidrig, denn relative Bewertungsmaßstäbe werden allenfalls für eine „Feinjustierung“ als zulässig erachtet, aber nicht zur Ermittlung Ausgangslage für eine Bewertungsskala.

Das heißt: Eine gute Leistung bleibt auch dann gut, wenn andere noch besser sind.

Für weitergehende Fragen hierzu, eine telefonische Erstberatung zu Ihrem konkreten Fall oder die deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Inhalt der Benotung:

Die inhaltliche Bewertung von Leistungen unterliegt – trotz der ganzen Formalisierung des Prüfungsverfahrens – ganz stark subjektiven Elementen und ist deshalb besonders anfällig.

Ausgangspunkt für die inhaltliche Bewertung ist die Frage nach der zutreffenden Beurteilung. Die Schlagworte sind:

  • Richtig
  • Falsch
  • Vertretbar (d.h. eine mit gewichtigen Argumenten folgerichtig begründete Lösung)

Ausreichend ist die Vertretbarkeit einer Lösung; eine vertretbare Lösung ist nicht falsch.

Die Bewertung hängt aber natürlich nicht alleine davon ab, daß eine Frage richtig, falsch oder vertretbar beantwortet wurde, sondern ist durch prüfungsspezifische Wertungen zu ergänzen, die erst die Zuordnung zu einer konkreten Note ermöglichen. Hierbei kommt es u.a. an:

  • Schnelles und genaues Erfassen von Problemen,
  • Strukturiertheit der Ausführungen und Überzeugungskraft,
  • den Schwierigkeitsgrad einer Aufgabe
  • den Gesamteindruck
  • usw.

Diese Bereiche überlassen den Lehrern einen Bewertungsspielraum, der allerdings auch Grenzen unterliegt (auch wenn Lehrer dies in der Praxis natürlich oft nicht hören wollen):

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Rechtsschutz bei Benotungen:

Der Rechtsschutz orientiert sich in diesem Bereich von der einzelnen Klausur bis zum Jahreszeugnis

Je nachdem differieren auch die rechtlichen Möglichkeiten von der schulinternen bzw. verwaltungsinternen Kontrolle bis zum gerichtlichen Rechtsschutz.

Generell gilt:

  • Die einzelnen Benotungen gelten grundsätzlich nicht als Verwaltungsakt. Neben der schulinternen Kontrolle ist hierbei immer der Weg einer Fachbeschwerde möglich.
  • Die Versetzungsentscheidung oder das Nichterreichen einer Abschlußprüfung sind immer Verwaltungsakte, die durch Widerspruch und ggf. erhänzenden verwaltungsgerichtlichen Rechtsschutz anfechtbar sind.
  • Auch Einzelnoten im Jahreszeugnis sind unter bestimmten Voraussetzungen anfechtbar.

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