Spickzettel und andere Täuschungsversuche:

Auch im schulischen Bereich spielen Täuschungsversuche eine erhebliche Rolle:

Täuschungshandlungen in der Schule - § 55 Übergreifende Schulordnung:

In der übergreifenden Schulordnung finden sich für die weiterführenden Schulen folgende Regelungen:

§ 55 übergreifende Schulordnung:
(1) Werden bei einem Leistungsnachweis unerlaubte Hilfsmittel benutzt oder wird auf andere Weise zu täuschen versucht, kann die Fachlehrkraft die Wiederholung anordnen, die Bewertung herabsetzen oder in einem schweren Fall die Note "ungenügend" erteilen. Wird der Täuschungsversuch während des Leistungsnachweises festgestellt, so kann - unbeschadet der Regelung in Satz 1 - die aufsichtsführende Lehrkraft in einem schweren Fall die Schülerin oder den Schüler von der weiteren Teilnahme ausschließen.
(2) Leisten Schülerinnen oder Schüler Beihilfe zu einem Täuschungsversuch, können sie von dem aufsichtsführenden Lehrer in einem schweren Fall von der weiteren Teilnahme am Leistungsnachweis ausgeschlossen werden. Die Fachlehrkraft entscheidet, ob der Leistungsnachweis in diesem Fall zu benoten oder zu wiederholen ist. Die Fachlehrkraft kann die Wiederholung auch dann anordnen, wenn die Beihilfe erst nach Beendigung des Leistungsnachweises festgestellt wird.
(3) Wer während des Leistungsnachweises erheblich gegen die Ordnung verstößt, kann von der aufsichtsführenden Lehrkraft verwarnt oder in schweren Fällen von der weiteren Teilnahme am Leistungsnachweis ausgeschlossen werden. Bei einem Ausschluß von der weiteren Teilnahme ist die Note "ungenügend" zu erteilen.

Spickzettel & Täuschungsversuch in der Schule - Abgrenzungen:

Abzugrenzen ist hiernach zunächst die straflose Vorbereitung zu einem Täuschungsversuch von dem sanktionswürdigen Versuch:

  • Wer Spickzettel vorbereitet o.ä., diese dann aber nicht in den Prüfungsraum mitnimmt, bleibt straflos.
  • Andererseits ist es dann egal (wenn man den Spickzettel in den Prüfungsraum mitnimmt), ob man diesen dort benötigt (weil beispielsweise andere Fragen drankommen) oder benutzt (weil man beispielsweise keine geeignete Gelegenheit findet).

Beachtlich ist allerdings, daß in Rheinland Pfalz explizit auch derjenige Gefahr läuft, Probleme zu bekommen, der "Beihilfe" leistet.

Für eine telefonische Erstberatung zu Ihrem konkreten Fall oder eine deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich deshalb bitte direkt.

Spickzettel & Täuschungen in der Schule - Beweislast:

Zu beachten ist, daß die Beweislast für die Täuschung bei den Lehrern liegt:

  • Gegebenenfalls kommen den Lehrern aber auch die Grundsätze des „Anscheinsbeweises“ zugute, wenn einzelne Tatsachen bei verständiger Würdigung den Anschein erwecken, daß der Prüfling getäuscht hat.
  • Der Schüler kann dies aber mit dem Vortrag eines atypischen Geschehensablaufes entkräften.

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Täuschungshandlungen bei Leistungserfassungen - Sanktionen:

Die Sanktionen sind für den Einzelfall unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismäßigkeit festzusetzen. Es gibt nicht „die Sanktion“.

  • Insofern sollte man Sanktionen im Zusammenhang mit Täuschungshandlungen immer genau überprüfen, ob diese auch rechtmäßig sind und sich auch dagegen wehren. Oftmals wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen, was nicht zulässig ist.

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