Die Orientierungsstufe:

Orientierungsstufe - schulartabhängig und schulartübergreifend:

Die Orientierungsstufe kann auf zweierlei Weise eingerichtet werden:

  • Schulartabhängig: D.h. die Schüler besuchen die Orientierungsstufe einer besonderen weiterführenden Schulart.
  • Schulartübergreifend: D.h. die Schüler besuchen die Orientierungsstufe einer Schule, die in diesem Zeitraum eine gemeinsame Orientierungsstufe  beinhaltet.

Schullaufbahnwechsel und Schullaufbahnentscheidung am Ende der schulartabhängigen Orientierungsstufe:

Der Schullaufbahnwechsel kann während der Orientierungsstufe sowohl nach "oben" als auch nach "unten" gehen. Praktische Relevanz haben dabei vor allem die Fälle, am Ende der Klassenstufe 6, wenn ein Schüler zwangsweise in eine "niedere" Schulart verwiesen werden soll:

§ 20 Übergreifende Schulordnung:

(1) Am Ende der Orientierungsstufe erhalten die Schülerinnen und Schüler, denen ein Wechsel der Schullaufbahn zu raten ist, eine Empfehlung der Klassenkonferenz...
...
(3) Für Schülerinnen und Schüler der Realschule Plus findet eine Versetzung nach § 65 Abs. 2 und 3, für Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums nach § 66 statt.
(4) Bei einer Versetzung kann, auch bei abweichender Empfehlung, das Gymnasium weiter besucht werden. Bei Nichtversetzung kann die Klassenstufe 6 weiter besucht werden, es sei denn, es wurde sowohl nach Klassenstufe 5 (§ 19 Abs. 1 und 2) als auch nach Klassenstufe 6 die Empfehlung ausgesprochen, statt des Gymnasiums, die Realschule Plus zu besuchen: in diesem Fall wird die Realschule Plus oder im Rahmen der Kapazität eine integrierte Gesamtschule besucht (§ 54 Abs. 3 Satz 1 SchulG). Die Schülerin oder der Schüler tritt in die Klassenstufe 7 der Realschule Plus oder der Integrierten Gesamtschule ein...
Festzuhalten ist hiernach, daß auch am Ende der Orientierungsstufe grundsätzlich nur eine unverbindliche Empfehlung für den Wechsel in eine "qualitativ niedere Schulart" erfolgt, d.h. die Eltern dürfen nach eigenem Gutdünken über die weitere Schullaufbahn ihres Kindes entscheiden.

Ein Problem entsteht nach alledem nur, wenn sowohl nach Klassenstufe 5 als auch nach Klassenstufe 6 Empfehlungen für einen Schulwechsel zu einer "qualitativ niederen Schulart" ergehen und der Schüler nicht versetzt wird.

Umgekehrt gibt es auch Fälle, in denen nach Klassenstufe 6, der Schüler einen Aufstieg von einer "qualitativ niederen Schulart" zu einer "qualitativ höheren Schulart" erstrebt.

Für nähere Fragen hierzu, eine Erstberatung oder die deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Schullaufbahnwechsel und Schullaufbahnentscheidung am Ende der schulartübergreifenden Orientierungsstufe:

Besucht der Schüler eine schulartübergreifende Orientierungsstufe, so unterliegt er ebenfalls von Beginn an einer Leistungskontrolle: Am Ende der Orientierungsstufe erhalten die Schüler ebenfalls eine Empfehlung, die immer dann relevant wird, wenn man aus der schulartübergreifenden Schulform weg möchte.

Die Einzelheiten hierzu regelt § 22 Übergreifende Schulordnung.

Für nähere Fragen hierzu, eine Erstberatung oder die deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich bitte direkt.